Getagged: der Tag des Protagonisten

Ich wurde von Mark getagged. Das mit dem Antagonisten hast du geschafft. Damned, hatte heute morgen ganz was anderes vor. Schwachkopf! … aber da ich bei so etwas nur schwerlich widerstehen kann: hier sind meine Antworten …

1: Welches ist dein liebster Held, dein Lieblingsprotagonist?
Da muss ich Mark zustimmen: Ein Held braucht Schrammen, Fehler, und Ticks. Eine eigene Sicht auf die Welt, und wie sie funktioniert, macht ihn auch lebendiger als zwanzig Flashbacks. Mir gefällt Siggi Baumeister aus den Eifel-Krimis, gerade wegen der fast banalen Lebensnähe und dem so bewussten Umgang mit den eigenen Fehlern. Ich mag Daniel McEvoy aufgrund seiner Selbstironie und seiner Art, Probleme zu lösen. Wenn ich mich jedoch auf einen festlegen sollte, muss die Wahl auf Sam Mumm aus den Scheibenwelt – Romanen fallen, mit dem ich mich neben allem anderen auch am deutlichsten identifizieren kann. Außer mit seinem Abstinenzlertum … aber sein Auftritt in „Die Nachtwächter“ ist unschlagbar.

2: Welches ist deine liebste Heldin, deine Lieblingsprotagonistin?
Dabei fällt mir als erstes auf, dass mein Bücherregal voller Testosteron steckt. Kaum weibliche Helden. Das wird also fast zwangsläufig eine Suche nach Nebencharakteren … obwohl: Marla Singer aus Palahniuks „Fight Club“. Die ist stark, auch aus der zweiten Reihe.

3: In welchen Charakter hast du dich sofort verliebt?
Fenchurch aus der „Per Anhalter“ – Reihe. Auch wenn die schon den Oscar in Frage 5 abstaubt … egal. Die war süß, ohne jemals kitschig süß zu wirken.

4: Mit wem aus der Buchwelt könntest du Pferde stehlen?
Mit Don Corleone. Aber der würde mir vermutlich eher einen caporegime mitschicken, statt selber zu gehen. Und der würde von dem Pferd nur den Kopf mitnehmen. Was mach ich dann mit dem Rest? Dann eher mit Ford Prefect. Mit dem könnte ich das Pferd vorher noch lackieren. Wir würden uns vermutlich nur über die Farbe streiten…

5: Welches ist dein liebstes Paar?
Die Frage hat mich gepackt und hingerissen; und von allen Paaren klar am meisten hingerissen haben mich Arthur Dent und seine Fenchurch aus der inzwischen sechsteiligen „Per Anhalter durch die Galaxis“ – Trilogie. Eine so federleichte, zauberhafte und trotz supernatürlichen Anklängen lebensnahe Liebesgeschichte ist mir nicht wieder untergekommen. Wird auch nicht wieder. Auch wenn sie das bizarrste aller Enden nimmt: so will ich was über Liebe lesen. Danke, Douglas!

(und dass es Eoin Colfer gelungen ist, in seiner Fortsetzung die gleiche Leichtigkeit wieder aufzugreifen, die selbe Saite anzuschlagen, verdient höchsten Respekt)

6: Mit welchem Paar konntest du dich so gar nicht anfreunden?
Robert Langdon und Sophie Neveu aus Browns „Sakrileg“. Obwohl, eigentlich mit allen Paaren, die Brown so zusammengestoppelt hat. Der kann schon einiges nicht, aber ganz besonders mißlingen ihm Liebesgeschichten. Und diese hilflosen Heldenkopulationen an den Buchenden … überlaßt das Bond. James Bond. Der darf das.

7: Wer ist dein liebster Nebencharakter?
Da fällt mir als erstes der akribische, schrullige, geniale Rodenstock aus den Eifel-Krimis ein … ein Kriminaloberrat a.D., der sich fantastisch in fixe Ideen verrennen kann, von Selbstzweifeln geplagt ist, voll in einen Tunnel geht, wenn ihn etwas beschäftigt, ohne den aber sämtliche Geschichten der Reihe einfach nichts taugen würden. Wobei zuletzt Zeb Kronski („Der Tod ist ein bleibender Schaden“) mächtig aufgeholt hat, gerade weil er so behämmert gedankenlos und destruktiv ist.

8: Wen kürst du zum fiesesten Antagonisten?
Carcer aus „Die Nachtwächter“ (siehe oben) ist schon ein Riesenarsch („Bei ihm saß ein Dämon auf beiden Schultern, und sie feuerten sich gegenseitig an.“). Colonel Nathan R. Jessup aus „Eine Frage der Ehre“, mit seiner machterfüllten Arroganz, liegt da auch schön weit vorne. Die mieseste Ratte von allen ist aber wohl die sadistische, verblendete Annie Wilkes („Misery“). Brrrr. Auf den Scheiterhaufen mit ihr!

9: Wem würdest du einmal gehörig deine Meinung sagen?
Jan Fabel aus der „Blutadler“ – Reihe von Craig Russell. Wobei etwas versöhnlich stimmte, dass er sich im vierten Teil (Carneval, spielt in Köln) tatsächlich mal widerwillig locker gemacht hat.

10: War für dich schon einmal ein Antagonist der wahre Held?
Zählt das, wenn ich Tyler Durden nenne? Oder ist der zu sehr Protagonist? Nee, der stellt den Archetypen des Antagonisten und gleichzeitig einen der markantesten Helden der Literaturgeschichte. Also, ja.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: